Was versteht man unter der Luftdichtheitsmessung?

Ziel jedes Bauvorhabens ist es, eine optimale Wohnbehaglichkeit zu erreichen und dabei die benötigte Energie auf ein Minimum zu reduzieren. Dazu ist es notwendig, die innere Gebäudehülle luftdicht und die äußere Gebäudehülle winddicht zu gestalten. In der DIN 4108-7 wird der „Einbau einer luftdurchlässigen Schicht über die gesamte Fläche“ (Gebäudeinnere) gefordert.

Bei neu gebauten Gebäuden mit lufttechnischen Anlagen ist diese Luftdichtheitsmessung vorgeschrieben. Die Luftdichtheitsmessung bietet folgende Möglichkeiten:

  • Mit Hilfe der Thermographie die Lage und Schwere der Fehler zu bestimmen
  • Den Luftaustausch aus der Summe der Leckagen zu messen (Luftwechselrate „n“)
  • Die Luftwechselrate bei 50 Pa (Pascal) Druckdifferenz („n50“-Wert) ist eine international gebräuchliche Form zur quantitativen Darstellung der Luftdurchlässigkeit. Ob die vorgefundenen Undichtigkeiten in ihrer Summe akzeptiert werden oder ob Nachbesserungsbedarf besteht, hängt von den Kenngrößen ab. Diese Grenzwerte werden in der DIN 4108 Teil 7 wie folgt definiert:
  • N50  < 3,0 h bei Gebäuden mit natürlicher Lüftung, d.h. Fensterlüftung
  • N50  < 1,5 h bei Gebäuden mit raumtechnischen Anlagen (auch einfache Abluftanlagen)
  • N50  < 1,0 h bei Gebäuden, welche Wärmerückgewinnungsanlagen besitzen, ist eine deutliche Unterschreitung des oben angegebenen Grenzwertes von 1,5 h sinnvoll

Wie wird die Luftdichtheitsmessung durchgeführt?

In dem zu prüfenden Gebäude wird eine luftdurchlässige Plane in eine geöffnete Außentür oder in ein Fenster eingespannt. Damit wird verhindert, dass Außenluft unkontrolliert in das Haus eindringen kann. Im unteren Teil der Plane befindet sich ein drehzahlgeregelter Ventilator, der im gesamten Gebäude einen Über- bzw. Unterdruck erzeugt. Um die Druckdifferenz aufrecht zu erhalten, muss der Ventilator einen so hohen Luftvolumenstrom fördern, wie durch Undichtigkeiten im Gebäude entweicht. Mit Hilfe3 dieser Messung, auch „Blower-Door-Test“ genannt, wird der „n50“- Wert ermittlet.

Warum wird Energiesparen immer wichtiger?

  • Die Vorräte an fossilen Energieträgern, wie Öl, Gas und Kohle werden immer weniger, während die Nachfrage stark angestiegen ist. Dadurch hat sich der Preis für Energie in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in absehbar.
  • Bei der Nutzung fossiler Energieträger wird das Klimagas CO² freigesetzt, wodurch der Mensch zum Treibhauseffekt und damit zur globalen Erderwärmung beiträgt.
  • Große Lagerstätten von Öl und Gas befinden sich in politisch instabilen Regionen der Erde, wie z.B. Russland, Iran und Irak. Ohne eine grundsätzliche Umstellung unserer Energieversorgung (Alternativen zu fossilen Energieträgern, Nutzung erneuerbarer Energieträger und Verbesserung der Energieeffizienz) sind zukünftige Kriege um die sich stetig verringernden Rohstoffe nicht auszuschließen.


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